Geschichtsvergessenheit bei der CDU zur Bücherei in Seelscheid

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vom 08.10.2026

Unsere Bücherei bleibt, wo sie hingehört


Manchmal kommt es in der Politik auf ein einziges Wort an. Bei unserer Bücherei war es diesmal der Unterschied zwischen „Seelscheid“ und „Driescher Straße“.

CDU und Grüne wollten festhalten, dass die Bücherei am „Standort Seelscheid“ erhalten bleibt. Das war uns zu wenig. Denn natürlich klingt das erst einmal beruhigend – lässt aber offen, ob die Bücherei auch wirklich dort bleibt, wo sie heute ist.

Und genau das wollten wir als SPD sicherstellen.

Im Haupt- und Finanzausschuss haben wir deshalb darauf bestanden, dass die Aufgabe des jetzigen Standorts aus dem Haushaltssicherungskonzept gestrichen wird. Unsere Bücherei soll in der Driescher Straße bleiben.

Wir verstehen ehrlich gesagt auch nicht, warum man sich bei CDU, Grünen und Bürgermeister so schwer damit getan hat, genau das klar zu sagen. Der Standort funktioniert, die Menschen kennen und schätzen ihn und mit dem wunderschönen Lesegarten ist dort gerade erst etwas ganz Besonderes entstanden.

Warum also dieses Hintertürchen offenlassen?

Besonders am Herzen liegt uns dabei Frau Deter und ihr Team. Was dort mit Herzblut, Kreativität und unglaublich viel Engagement geleistet wird, verdient höchste Anerkennung. Sie haben aus der Bücherei einen Ort gemacht, an dem man gerne ist – einen Ort für Bücher, Bildung und vor allem für Begegnung.

Deshalb wollten wir keine Formulierung, die irgendwann wieder anders ausgelegt werden kann.

Nicht nur Seelscheid. Driescher Straße.

Dass wir darauf im Ausschuss so deutlich bestehen mussten, sagt vielleicht schon genug. Umso mehr freuen wir uns, dass die Aufgabe des jetzigen Standorts aus dem HSK gestrichen wird.

Für uns ist das eine richtig gute Nachricht für Seelscheid – und ein schöner Beweis dafür, dass es sich manchmal lohnt, bei einem entscheidenden Wort nicht lockerzulassen.


Bücherei Seelscheid: Jetzt braucht es Klarheit statt Geschichtsvergessenheit

Die Diskussion um die Zukunft unserer Gemeindebücherei zeigt Wirkung. Das begrüßen wir ausdrücklich. Umso erstaunlicher ist jedoch der Versuch der CDU, den Eindruck zu erwecken, sie habe sich schon immer vorbehaltlos für den Erhalt unserer Büchereien eingesetzt.

Ein Blick in die Geschichte zeigt ein anderes Bild.

Bereits 1994 stand die Bücherei unter erheblichem Druck. Damals sollte auf Initiative der CDU an der Bücherei gespart werden. Nur durch das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger und die Gründung des Freundeskreises „Buch & Kunst“ konnte der Erhalt gesichert werden. Seit mehr als 30 Jahren unterstützt dieser Verein unsere Bücherei mit großem ehrenamtlichem Einsatz – durch Bücherkäufe, Erlöse aus Bücherflohmärkten, Spenden und sogar die Finanzierung von Bürobedarf. Dieses Engagement verdient Anerkennung und Respekt.

Auch während der Haushaltssicherung Jahre später stand die Gemeindebücherei erneut zur Disposition. Damals sollte sie nach den Vorstellungen der CDU in die Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde übergehen. Zwar wäre damit formal eine „öffentliche Bücherei“ erhalten geblieben, tatsächlich hätte dies jedoch erhebliche Einschränkungen beim Angebot und den Räumlichkeiten bedeutet. Dass es dazu nicht gekommen ist, ist dem politischen Widerstand und dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken.

Heute erleben wir wieder eine ähnliche Diskussion.

Im Entwurf des Haushaltssicherungskonzeptes des Bürgermeisters (mal wieder CDU...) ist die Veräußerung des Büchereigebäudes in Seelscheid mit dem Grundstückswert als Einnahme veranschlagt. Gleichzeitig werden die künftig entfallenden Personal- und Sachkosten als dauerhafte Einsparung berücksichtigt. Das sind keine zufälligen Platzhalter, sondern konkrete Maßnahmen, die zur Haushaltskonsolidierung beitragen sollen. Natürlich entscheidet am Ende der Gemeinderat – doch die Aufnahme dieser Positionen in das Haushaltssicherungskonzept zeigt, welche Vorschläge von Bürgermeister (CDU!) und Verwaltung eingebracht wurden.

Umso erfreulicher ist es, WENN inzwischen auch andere Fraktionen öffentlich erklären, dass sie sich für den Erhalt der Bücherei einsetzen wollen. Daran werden wir sie gerne messen und wenn nötig, erinnern. Denn entscheidend sind am Ende nicht Pressemitteilungen und der alleinige Wille, sondern politische ENTSCHEIDUNGEN.

Die große Resonanz auf unsere Stellungnahme zeigt, welchen Stellenwert die Bücherei für unsere Gemeinde hat. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich bei uns gemeldet. Auch der Freundeskreis „Buch & Kunst“, der seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner unserer Bücherei ist, verfolgt die aktuelle Entwicklung aufmerksam.
Für uns bleibt klar: Eine Bücherei ist keine beliebige Immobilie und keine einfache Haushaltsposition. Sie ist Bildungsort, Kulturstätte und Treffpunkt für Jung und Alt. Gerade weil erst vor Kurzem mit Unterstützung der Bürgerstiftung und der Kolmitz-Stiftung der Lesegarten geschaffen wurde, wäre es das falsche Signal, diesen Standort nun infrage zu stellen.

Deshalb bleiben wir wachsam und setzen uns weiterhin mit aller Kraft für den dauerhaften Erhalt unserer Gemeindebücherei in Seelscheid ein.

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Autorin
Iramah Wahab

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